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Pyramid
Im Jahre 1850 gründete Anton Osmanek seine Firma "A. Osmanek, Musikinstrumenten- und Saitenfabrik" in Schönbach bei Eger in der damaligen Donaumonarchie Österreich-Ungarn. Zuvor hatte der einfallsreiche Unternehmer das Webereigewerbe betrieben. Nachdem die rapide Mechanisierung den Niedergang der Handweberei gebracht hatte, sah sich Anton Osmanek veranlasst, etwas Neues auf die Beine zu stellen. Um 1840 stellte er sich auf den Handel mit Musikinstrumenten um, die in diesem Raum erzeugt wurden. Durch die Einheirat in eine alte Saitenmacher-Familie kam er mit diesem Fabrikationszweig in Verbindung. Neben dem Versandhandel mit Musikinstrumenten und Zubehör stellte er nun seit 1858 ebenfalls seidene E-Saiten für die Violine, sogenannte "Quinten" her. Diese seidenen Saiten waren bis 1898 ein Haupterzeugnis der Firma.

Der gute Ruf der Firma A. Osmanek wurde durch die kaufmännische Tüchtigkeit der drei Söhne des Firmengründers weiter gefestigt. Der älteste Sohn unternahm ausgedehnte Reisen nach Ungarn und in die Balkanstaaten im Dienste eines Wiener Großhandelshauses. Das Vertrauen in ihn war so groß, dass er dabei auch für die Produkte seines Vaters werben durfte. Die Firma unterhielt Filialen im ungarischen Temesvár und im sächsischen Markneukirchen. Man beteiligte sich erfolgreich an Messen und Ausstellungen. Für die dort präsentierten Produkte hoher und höchster Qualität erhielt man zahlreiche Auszeichnungen, Medaillen und Ehrendiplome. Karl Junger, einer der Neugründer, begann sehr bald die Firma zu reorganisieren und legte den neuen Schwerpunkt auf die Herstellung von Musiksaiten. Er konnte sich hierbei auf eine gute Grundlage stützen, denn es bestand ja bereits eine Saitenproduktion.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges war die Firma als "nicht kriegswichtig" geschlossen worden. Nach Kriegsende wurde die Firma unter äußerst schwierigen Umständen nach Bubenreuth in Deutschland verlegt. Sie musste dort völlig neu aufgebaut werden, was unter den unsicheren Nachkriegsbedingungen nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein ganz persönliches Risiko für die Neugründer Karl Junger und Sohn Norbert Junger darstellte. Doch auf Grund der Verbundenheit und Treue vieler Auslandskunden konnten die schweren Nachkriegsjahre schnell überwunden werden und bereits 1953 wurde der Betrieb in einem neu errichteten Fabrikationsgebäude in Bubenreuth bei Erlangen, Bayern unter dem Namen Karl Junger Saitenfabrik fortgeführt. Gleichzeitig wurde die ebenfalls wieder neu angesiedelte Stimmpfeifen-Erzeugung der Firma Leopold Müller aus Schönbach, dem Schwiegervater von Karl Junger, in die Saitenfabrik eingegliedert. Von nun an ging die Entwicklung der Firma steil nach oben.

Der Firmenname Karl Junger Saitenfabrik wurde 1983 handelsgerichtlich geändert in Pyramid Saiten- und Stimmpfeifenfabrik Junger GmbH. Das Logo, Wort- und Bildzeichen PYRAMID ist international geschützt und wird für Saiten und Stimmpfeifen verwendet. Den Schwerpunkt der Produktion bilden Saiten für Streich- und Zupfinstrumente. Unter dem Marknamen PYRAMID werden alle Arten von Saiten aus Stahl, Nylon, Bronze oder Darm einschließlich der Saiten für "exotische" Musikinstrumente hergestellt. Es werden aber auch Saiten für historische Streich- und Zupfinstrumente, wie z.B. für Gamben, Barockviolinen, Renaissancelauten, Theorben und Vihuelas produziert. Das große Wissen und die langjährige Erfahrung der Firma ermöglicht es auch, Saiten nach speziellen Kundenwünschen anzufertigen. Solche individuellen Besaitungen sind erforderlich, wenn die von den Spielern gewünschten Materialien, Mensuren und Stimmungen vom Standard abweichen. Der Vertrieb der Pyramid Saiten und Stimmpfeifen erfolgt im Inland über den Fachhandel und über Importeure in mehr als 100 Ländern der Welt. 

Seit Jahrzehnten ist Pyramid mit einem Messestand auf der Internationalen Musikmesse in Frankfurt sowie seit 1995 auf der amerikanischen NAMM SHOW in Los Angeles vertreten. Darüber hinaus beteiligte man sich an Musikmessen in Chicago, Melbourne, Tokyo, Shanghai, Singapur und Moskau. Auf diese Weise wird der Kontakt mit den Kunden aus dem In- und Ausland laufend erfolgreich gepflegt und gefestigt. Die Pyramid Junger GmbH wird heute vom geschäftsführenden Gesellschafter Maximilian Junger geleitet.